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Geschichte der Capoeira


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a onda rolou na praia
e voltou correndo ao mar

capoeira balançou
no rôle voltou a jogar

Eine Welle rollt an den Strand
und fließt zurück ins Meer

Capoeira strebt das Gleichgewicht an
in einem Rôle kehrt sie zurück ins Spiel

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Enciclopédia - eine kleine Begriffskunde

Von A bis Z (mit haufenweise Lücken). Wenn Ihr wieder nach oben wollt, einfach auf den nächst stehenden Index-Buchstaben klicken.

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A

::Abadá::
eine lange (meist) weiße Hose aus Plastik (ich glaube Polyacryl oder sowas), weit geschnitten, inzwischen aus Modegründen gerne mit Glockenbeinen. Gibt es aber auch in vielen bunten Farben. Das extrem dehnbare Material erlaubt seinem Träger übelste Verrenkungen, was ja die Capoeira ausmacht. Stinkt furchtbar, wenn nicht regelmäßig gewaschen...

::Angola::
eine der Urformen der heutigen Capoeira, und gut für alte Leutchen. Sagen zumindest echte Kerle. Angola/Angoleiro ist der traditionellen Capoeira mehr verbunden als alle anderen heutigen Formen. Die Spieler nehmen sich mehr Freiheiten im Ausdruck, der Style ist sehr wichtig. Oftmals bewegen sich die Partner scheinbar langsam, tänzelnd umeinander, schneiden Grimassen, grüßen sich freundlich, machen einladende spielerische Bewegungen, um dann plötzlich wie aus dem Nichts eine scharfe und hundsgemeine Attacke auszuführen. Von wegen also alte Leutchen, so gemeine Finten wie bei einem guten Angoleiro sieht man sonst nur selten.

::Atabaque::
die große Trommel, das Rhythmus-Schwein für alles, was mit Musik zu tun hat.

B

::Berimbau::
das Hauptinstrument, ohne das B. geht gar nichts. Unter dem Oberbegriff „Musikbogen“ ein weltweit verbreitetes schlichtes Saiteninstrument, das vermutlich nicht ohne Grund an einen Jagdbogen erinnert. Ein Holzstock wird gebogen und die Enden mit einem Draht so verbunden, dass ein Bogen entsteht. Als Resonanzkörper dient eine ausgehöhlte Kalebasse, die mit einer Schnur über den gespannten Draht fixiert wird. Der Bogen wird mit der linken Hand (bei Rechtshändern) gehalten, das Hauptgewicht ruht auf dem kleinen Finger, der die Schnur der Kalebasse trägt; mit der rechten Hand schlägt man mit einem Stock den Draht an. Mit einem Stein oder einer Münze kann der Ton variiert werden. Zusätzlich hält man in der rechten Hand ein Caxixi. Der Klang hängt stark vom verwendeten Holz und der Größe der Kalebasse ab, von weich und tief bis hin zu schrill-metallisch ist alles drin. Bei den Kalebassen unterscheidet man drei Größen: Gunga, Medio, Viola bezeichnen verschieden Größen der Cabaça, und dementsprechend verschiedene Tonhöhen.

::Bimba::
Manoel dos Reis Machado, Mestre Bimba, wurde am 23. November 1900 im Stadtviertel Engenho Velho, Freguesia de Brotas, von Salvador in Bahia geboren.
Der Sohn von Maria Martinha do Bonfim und dem bekannten Batuque-Kämpfer Luiz Cândido Machado begann im Alter von 12 Jahren mit der Capoeira. Sein Meister war der Afrikaner Bentinho. Von diesem erlernte er die Capoeira Angola und unterrichtete später diese Form der Capoeira über mehrere Jahre.
Bimba wurde dadurch bekannt, dass er in den 1930er Jahren die Capoeira Regional schuf. Er entwickelte sie als "regionale" Variante der bis dato einheitlichen Capoeira (luta regional baiana), für die er auch eine Unterrichtsmethodik sowie ein Graduationssystem entwarf.
In diesem Zuge eröffnete er im Jahre 1932 seine eigene Capoeira-Schule, das "Centro de Cultura Física Regional Baiana", im Stadtviertel Engenho Velho de Brotas. Diese war die erste "Academia", der offiziell (1937) die Erlaubnis zum Capoeira-Unterricht verliehen wurde. (Zuvor war die Capoeira per Gesetz verboten.)
Im Jahre 1953 präsentierten Mestre Bimba und seine Schüler ihre Kampfkunst dem Präsidenten Getúlio Vargas. Nach der Präsentation soll dieser gesagt haben, die Capoeira sei "der einzig wirkliche Nationalsport Brasiliens". Auf den Ruf eines seiner Schüler zog Mestre Bimba 1973 in die Stadt Goiânia, um dort zu unterrichten. Im Jahr darauf verstarb er jedoch im Alter von 74 Jahren.

::Brincadeira::
ein "Spätzchen", steht für Anfänger, die gerade erst das Fliegen lernen. Ein Begriff, der in vielen Liedern die Runde macht - auch das gehört dazu: sich-lustig-machen, spotten, nie wirklich böse gemeint, aber durchaus ein Teil des Spiels.

C

::Cabaça::
ein Resonanzköper für das Berimbau. Wird gewonnen aus der gleichnamigen kürbisähnlichen Frucht. Diese wird halbiert, ausgehöhlt und getrocknet. Danach werden 2 Löcher gebohrt, dadurch steckt man eine Schnur, mit der das Ganze dann auf den Bogen und den Draht gespannt wird.

::Candomblé::
Kult, der noch heute in Brasilien verbreitet ist. Eine Mischform aus endokulturellen Formen und christlichen bestandteilen, eng verwandt mit Voodoo.

::Caxixi::
ein geflochtenes, geschlossenes Körbchen, in dem sich Pflanzensamen befinden. Raschelt logischerweise, wenn man es schüttelt. Gehört zum Berimbau.

::Chamada::
Wörtlich "Ruf", gemeint ist eine Einladung, das Spiel für eine Showeinlage zu "unterbrechen". Gilt als Angola-typisch, hat aber auch in anderen Stilen Einzug gehalten.

::Chula::
Chula ist der einführende Gesang und wird oft im Anschluss an eine Ladainha gesungen.

::Comprar o jogo::
sich in ein laufendes Spiel einkaufen. Spielen 2 Capoeiristas in der Roda und ein Dritter will einen der beiden Spieler ablösen, bewegt er sich mit der gebotenen Vorsicht in die Roda und winkt dem Spieler, mit dem er weiter spielen will, so dass beide Spieler dies bemerken. Daraufhin verlässt der andere die Roda.

::Corridas::
Corridas sind Lieder mit kurzen Strophen und Refrains. Diese werden bei schnellem Spiel gesungen und sind die häufigste Liedform.

D

::Defesa::
Überbegriff für Verteidigungsarten.

::Djembe::
Trommel afrikanischen Ursprungs. Wegen der weiten Verbreitung gerne mal in der Roda anzutreffen, hat da aber eigentlich nix verloren. Besser verwendet man eine Atabaque.

E

::Esquiva::
Überbegriff aller Ausweichbewegungen; der Spieler duckt sich unter einem Schlag/Kick einfach weg.

F

::Fintas::
eines der Hauptmerkmale eines Capoeira-Spiels, zu deutsch "Finten". Ein guter Capoeirista versucht nicht, 120 bps (beats per second, Schläge pro Sekunde) anzubringen, sondern seinen Mitspieler aus dem Konzept zu bringen, indem er ihn durch vorgetäuschte F.s zu Reaktionen veranlasst, die er dann wiederum ausnutzen kann, da er ja schon ahnt, was kommen wird.

G

::Ginga::
Grundbewegung der Capoeira, eine Art rhythmischer Wiegeschritt, der wohl Grund ist für den Begriff Kampftanz.

::Gunga::
Die "große" Cabaça, sowas wie die Bassgitarre in der Rockmusik. Treibt an, gibt den Rhythmus vor und ist stark.

::Gesang::
Der Gesang ist eminent wichtig, gibt er doch die Energie in die Roda, mit der die Spieler angetrieben werden. Ladainha , Chula, Corridas sind die wichtigsten Stile. Im Côro wird immer der Refrain gesungen.

H

::fehlt mir noch::

I

::Intuition::
eine sehr wichtige Fähigkeit, separates the men from the boys... Neben Schnelligkeit, einem guten Auge und Körperbeherrschung gleichberechtigt. Hilft dabei, abzuschätzen, was der Partner vorhat. Und kann diesen auch gehörig erschrecken...

J

::João Grande::
João Oliveira dos Santos, Mestre João Grande, wurde Bahia geboren. Er war Schüler von Mestre Pastinha und verinnerlichte dessen Philosophie sowie sein tiefgehendes Wissen über die Capoeira Angola.
Er begleitete Mestre Pastinha 1966 nach Afrika zum Festival der Schwarzen Künste in Dakar.
Seit einigen Jahren unterrichtet Mestre João Grande in New York, wo er als Auszeichnung seines Werkes bereits die Ehrendoktorwürde der Universität New York verliehen bekam.
Auch er gehört zu den höchst angesehenen Meistern in der Geschichte der Capoeira.

::Jogo::
Zu deutsch "Spiel". In der Capoeira spricht man generell vom Spiel, wenn Kampf gemeint ist. Einer der Gründe für mich, Capoeira zu üben - es ist nicht so viel verbissener Ehrgeiz zu finden wie in vielen anderen Sportarten. Was nicht heißt, dass das alles nur Hippies sind, die hier trainieren, ganz im Gegenteil, aber Leute, die aus Wettbewerbssportarten zur Capoeira kommen, müssen sich oft ganz schön umstellen, um mit dem System zurecht zu kommen.

::Jangoleiro::
Mein eigener Name im Spiel. Kommt daher, dass ich anfangs sehr steif gespielt habe und mit den Händen vor mir rumgefuchtelt habe, als trüge ich zwei Revolver. Ist inzwischen ein wenig besser geworden ;-)

K

::Kalebasse::
s.a. Cabaça.

::Kicks::
das wesentliche Angriffs-Werkzeug in der Capoeira. Es gibt unzählige Varianten, die sich im Wesentlichen auf 4 Grundformen zurückführen lassen:
Armada(s) - ein Drehtritt im Stand
Martelo(s) - ein frontaler Kick, bei dem der Oberkörper gedreht wird und der Fuß aus dem Kniegelenk nach vorne schlägt
Meia Lua(s) - ein Drehtritt aus der Hocke
Quechada(s) - noch ein Drehtritt aus dem Stand

L

::Ladainha::
Gesangsstil: Die Ladainha ist ein langes Lied, welches oft eine Geschichte erzählt. Es wird zu Beginn einer Angola-Roda gesungen

M

::Mestres::
Bimba, Joao Grande, Zumbi, Waldemar, Pastinha: Namen, die jedem Capoeirista bekannt sind. Die hier angegeben Informationen verdanke ich der äußerst empfehlenswerten Seite "http://www.capoeira-online.de/" (with best regards...)

::Medio::
Die mittlere Cabaça, gewonnen aus einer kürbisähnlichen Frucht, mittelhoher Ton, ab und zu zur Akzentuierung der Musik genutzt.

::Maliçia::
zu deutsch die Boshaftigkeit. Gemeint ist eine charakterliche Grundhaltung, die es dem (unbewaffneten) Kämpfer ermöglicht, gegen (bewaffnete) Feinde angehen zu können. Hintergrund ist wieder einmal die Sklaverei - Sklaven war selbstverständlich die Ausübung von Kampfsport verboten. Wenn nun aber ein Sklave entflohen war, war er zum Abschuss freigegeben. Dem konnte er - einmal gestellt - nur entgehen, wenn er seine Feinde arglistig täuschte, sodass diese sich überlegen fühlten und ihm so nahe auf den Pelz rückten, dass sie sich in Reichweite seiner Arme und Beine bewegten. Die ideale Position, um unbewaffnet gegen einen Anderen kämpfen zu können.

::Maculele::
ein Stockkampf, der vermutlich zeitgleich mit der Capoeira entwickelt wurde. Statt 2 Stöcken wurden ursprünglich Macheten verwendet. Sehr spektakulär und hundsgefährlich. M. hat ihren eigenen Rhythmus, vorgegeben durch das Aufeinanderschlagen der Stöcke.

N

::Negativa::
Eine Form der Esquiva, die rückwärts gerichtet ist. Daher "Negativa".

O

::fehlt mir noch::

P

::Pandeiro::
Handtrommel, die gerne mit dem Tambourin verwechselt wird. Im Unterschied dazu sind die Schellen bauchig zueinander angeordnet und es wird verhältnismäßig tief gestimmt.

::Palmares::
eines der berühmtestes Quilombos.

::Pastinha::
Vicente Ferreira Pastinha, besser bekannt als Mestre Pastinha, wurde am 5. April 1889 in Salvador, Bahia geboren. Er war der Sohn von José Señor Pastinha, spanischer Herkunft, und von Raimunda dos Santos, einer in Santo Amaro da Purificação geborenen Schwarzen.
Im Alter von 8 Jahren begann er, Capoeira bei einem Afrikaner namens Benedito zu erlernen. Mit 12 Jahren trat er in die Marineschule ein. Mit 21 Jahren musterte er ab und begann, Capoeira zu unterrichten. Für seinen Unterhalt arbeitete er als Maler von Ölgemälden, als Schuhputzer, Korbflechter und Maurer. Im Jahre 1941 gründete er das Centro Esportivo de Capoeira Angola (CECA) auf dem Pelourinho. 1964 veröffentlichte er das Buch "Capoeira Angola" und kurz darauf eine Schallplatte mit Musik und Gesängen der Capoeira. Als Repräsentant Brasiliens nahm er 1966 am afrikanischen Festival der Schwarzen Künste in Dakar teil.

Q

::Quilombo::
Orte des Rückzugs für entflohene Sklaven. Meist sehr gut versteckt im Dschungel/Hinterland, wurden diese Dörfer hervorragend bewacht und verteidigt. Vermutlich der Ursprungsort der Capoeira.

R

::Regional::
eine heute sehr beliebte Weiterentwicklung der Capoeira, entwickelt von Mestre Bimba, sowas wie der Gottvater der modernen Capoeira. Er kämpfte Zeit seines Lebens für den Erhalt dieses kulturellen Ausdrucks der ursprünglich sklavischen Mehrheit Brasiliens.
Im Prinzip eine der 2 Grundformen der heute praktizierten Capoeira, gleichberechtigt neben Angola.

::Roda::
"Hochda" gesprochen und auf der ersten Silbe betont ist die Welt des Capoeirista. Die Roda ist das Zentrum, um das herum sich alle Spieler stellen, Musik machen, singen, und in dem die Kämpfe ausgetragen werden. Wobei der Begriff "Welt" durchaus symbolischen Charakter hat: durch das Rund des Kreises wird die Weltkugel dargestellt. Zu Beginn eines Spiels bleiben die Spieler nahe am Ausgangspunkt (also vor dem Sänger) und erkunden erst allmählich dass weite Rund, bis sie die Welt kennen gelernt haben und sich selbstbewusst auf ihr bewegen können.

S

::Salvador da Bahía::
Hauptstadt des Bundesstaates Bahía und bis heute weltweites Zentrum der Capoeira di Angola. Alle wichtigen Mestres kamen von hier: Mestre Curió, Mestre Nô, Mestre Bamba, Mestre Boca Rica, Mestre Cabeludo, Mestre Alabama, Mestre João Pequeno, und und und - die Liste ist wirklich endlos.

::Sklaverei::
Schicksal und Ursprung der heutigen Capoeira. Während der portugiesischen Kolonialherrschaft wurden hunderttausende von Schwarzafrikanern vorzugsweise aus Angola und Nachbarländern per Schiff nach Brasilien verschleppt. Diese traumatische Erfahrung von Gewalt, Tod und Verzweiflung begründet die oft sehr eindringlichen Texte der Lieder und wird manchmal auch als Begründung für die Maliçia herangezogen.
Der Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22. April 1500 beim heutigen Ort Porto Seguro im Süden des Bundesstaates Bahia betrat. Nach französischen Angaben stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küste, tatsächlich war in Portugal die Existenz einer großen Landmasse westlich des Atlantik bereits seit 1325 bekannt. 1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander VI. wurde im Vertrag von Tordesilhas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische, und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden. Bis 1580 brachten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle. 1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Hauptstadt ernannt. Schon zu dieser Zeit wurden Indios aus dem Landesinnern an die Küste gebracht, die die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten mussten. Wegen harter Arbeit, Verfolgung und Anfälligkeit der Indios für europäische Krankheiten starben viele von ihnen. Die Kolonialherren versuchten daraufhin, die verloren gegangene Arbeitskraft mit Sklaven aus Afrika zu ersetzen. 1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und 1637 unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen diese Anbaugebiete, die daraufhin nochmals kurz aufblühten, erobert. Bis 1654 stand der Nordosten, v.a. das Gebiet um Pernambuco, unter niederländischer Kontrolle. In der Schlacht von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 wieder vertrieben.
Mit der Kolonialisierung Brasiliens durch Portugal wurde die Sklaverei durchgesetzt. Sie ist die Geschichte der Methoden, die die Portugiesen anwandten, um die Indios ihrer Freiheit und ihres Landes zu berauben: von Krieg, Betrug und der gezielten Verschärfung von Konflikten zwischen den Stammesvölkern. Durch Zwangsarbeit und die Verbreitung von Krankheiten überlebten nur wenige Indios. Deshalb wandten sich die Portugiesen nach Afrika und brachten 3,5 Millionen Sklaven nach Brasilien – die größte Zahl afrikanischer Sklaven in irgendeinem Land der Neuen Welt.
Der Sklavenhandel zwischen Angola und dem Sudan in Afrika und Brasilien hatte riesige Ausmaße. Indios und Sklaven wurden schon im Jahre 1530 zur Arbeit in der aufblühenden Zuckerindustrie gezwungen. Indios wurden von ihren Ländereien vertrieben, Wälder wurden vernichtet und in Zuckerrohrplantagen umgewandelt. Im Jahre 1558 erhoben sich die Tupinamba-Indios zu einem Aufstand, aber mit Pfeil und Bogen konnten sie gegen die portugiesischen Schwerter und Musketen nichts ausrichten. Die Portugiesen versklavten alle Indios, die den Aufstand überlebt hatten, und verteilten das entvölkerte Land an die Siedler, die auf diese Weise auch Sklaven für die Arbeit auf ihren Feldern vorfanden.
Für die Indios, die auf die Sklavenmärkte an der Küste gebracht wurden, folgte nun ein schreckliches Leben: Familien wurden zerrissen, Frauen und Kinder auf die Plantagen verkauft und dazu gezwungen, sieben Tage in der Woche zu arbeiten, Männer schufteten sich bei schlechter Ernährung, an langen Arbeitstagen und mit rückenschädigender Arbeit buchstäblich zu Tode; hinzu kamen die von den Siedlern eingeschleppten Krankheiten. Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven einfache Siedlungen, sogenannte Quilombos, auf. Als in den Quilombos Aufstände gegen die Unterdrückung der Schwarzen ausbrachen, zerstörte man bis 1699 alle Siedlungen wieder.

::Spiel::
Eigentlich Jogo. So heißt das in der Capoeira, wenn man sich prügelt... und es ist schon ein wahrer Kern dahinter: zwar lernt man theoretisch zu kämpfen, in der Praxis steht aber das Miteinander im Vordergrund. Ein spielerisches Verständnis der Capoeira wie des Lebens macht Spass...

T

::Toque::
der Rhythmus, den das Berimbau vorgibt. Man unterscheidet unter anderem:
Angola: ein sehr langsamer Rhythmus, natürlich hauptsächlich im Angoleiro-Spiel verwendet.
Benguela: ein langsameres Spiel mit Betonung auf dem Ausdruck und Zusammenspiel der Capoeiristas.
Cavalaria: Kavallerie wurde früher gespielt, um vor anrückender Polizei zu warnen.
Idalina: Dieser Toque ist selten und wird zu einer Roda mit Rasierklingen gespielt.
Iúna: Dieser Toque wird beim Spiel von Graduierten oder Mestres gespielt.
Lamento: Es ist ein Trauerstück und wird gespielt, wenn ein Capoeirista verstorben ist.
Santa Maria: Dieser Toque wurde von Mestre Bimba als Hymne der Capoeira gewählt.
São Bento Grande: Dieser Toque ist durch schnelles Tempo und ein schnelles Spiel gekennzeichnet.
São Bento Grande de Mestre Bimba: Er ist sehr ähnlich zum São Bento Grande.
São Bento Pequeno: Eine Variation des São Bento Grande, jedoch langsamer im Tempo und Spiel.
Samba de Roda: Zu guterletzt ein mit Berimbau gespielter Samba-Rhythmus.

U

::fehlt mir noch::

V

::Viola::
die kleinste Kalebasse, deshalb auch der schrillste Ton, der mit einem Berimbau erzeugt werden kann. Akzentuiert die Musik und ermöglicht eine deutliche Erweiterung des tonalen Spektrums.

W

::Waldemar::
Waldemar da Paixão wurde am 22. Februar 1916 in Salvador, Bahia geboren.
Im Alter von 20 Jahren begann er 1936 mit der Capoeira. Er war Schüler von Siri de Mangue, Canário Pardo, Peripipi, Talabi und Ricardo da Ilha de Maré.
Im Jahre 1940, dem Jahr als die Präsentationen auf der Estrada da Liberdade ihren Anfang nahmen, begann er selbst, Capoeira zu unterrichten. Die von Mestre Waldemar geleiteten Rodas entwickelten sich rasch zum wichtigsten Treffpunkt der bahianischen Capoeiristas dieser Zeit.
Mestre Waldemar ging als einer der besten Sänger und Berimbauspieler in die Geschichte der Capoeira ein. Große Bekanntheit gewann er auch durch seine Vorreiterrolle in der Kommerzialisierung von Berimbaus und durch die Produktion der berühmtesten Berimbaus, was ihm durch Neuerungen in der Herstellung möglich war.

X

::Xylophon::
Musikinstrument,das aber auch gleich gar nichts mit der Capoeira zu tun hat.

Y

::Yonne::
Nebenfluss der Seine, für die Klugscheißer unter uns...

Z

::Zumbi::
1655 in Palmares geboren; wuchs bei einem christlichen Padre auf; ging im Alter von 15 Jahren zurück nach Palmares, um sich dem Widerstand anzuschliessen; stand dem Quilombo mit 22 Jahren vor und konnte es in zahlreichen Schlachten verteidigen; wurde 1695 angeblich durch Verrat von Freund António Soares getötet; mit seinem Tod erstarb auch der Widerstand Palmares. Palmares , welches im Süden Pernambucos ca. 1602 entstand, war wohl der berühmteste Quilombo mit langem Bestand gegen die Gewalt von Aussen und seinem berühmten und in Capoeiraliedern oft besungenem Führer Zumbi.